7 Sep, 2017

"Erst Schlafmützchen, plötzlich Nachteule? Mögliche Ursachen gibt es viele und meistens sind diese Phasen auch schnell überstanden.

Auch wenn ein Baby die ersten Wochen und Monaten ein friedlicher Schläfer war, machen viele Eltern die Erfahrung, dass ihr Kind sich plötzlich gegen das Einschlafen wehrt oder nachts wach wird und nicht mehr einschlafen will. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben.
Schwierige Zeiten

Eine Krankheit oder Krisen im Familienleben können der Grund für die Schlafprobleme Ihres Kindes sein. Babys und kleine Kinder reagieren oft sehr sensibel auf Stimmungsveränderungen in ihrem Umfeld. Sie spüren es, wenn die Eltern besorgt sind oder sich streiten.

Veränderungen
Auch die fürsorglichsten Eltern können nicht verhindern, dass Ihr Kind einmal verunsichert wird und aus dem Tritt kommt. Denn auch Änderungen im gewohnten Umfeld, z. B. durch einen Umzug oder wenn ein Elternteil eine Weile nicht da ist, können Babys durcheinanderbringen. Sie wissen schließlich noch nicht, dass das Leben ständig Änderungen mit sich bringt. Und sie wissen auch nicht, dass eine Geschäftsreise nichts Bedrohliches ist und der Papa wieder kommt, oder dass die Wohnung zwar renoviert wird, aber trotzdem die sichere Zuflucht bleibt. Wichtig ist, dass die Eltern so zuverlässig wie möglich an der Seite Ihrer Kinder sind. Dann stellt sich bald wieder Ruhe ein.

Entwicklungsschritte
Besonders Babys, aber auch Kleinkinder vollbringen riesige Entwicklungsschritte. Kündigt sich ein neuer, wichtiger Meilenstein an, suchen sie oft verstärkt Zuflucht und Schutz. Oder sie sind unzufrieden mit sich selbst, weil sie etwas noch nicht können, was sie aber unbedingt können möchten. Auch diese Phasen können die Kleinen vorrübergehend aus dem Rhythmus bringen. Manchmal kündigen sich auch Krankheiten durch nächtliche Unruhe an.

Schlafkrisen nutzen
Besonders anstrengend kann das plötzliche Schlaftheater werden, wenn Kinder nie gelernt haben, ohne Hilfe der Erwachsenen einzuschlafen. Nutzen Sie diese Krisen als Gelegenheit, um neue Rituale einzuführen. Das zeigt Ihrem Kind: Wenn das bei uns abends passiert, ist alles in Ordnung."

Einschlafhilfen:

  • Spätes Tagesschläfchen vermeiden
  • Abends einen festen Ablauf des "Zu-Ruhe-Kommens" einführen
  • Müdigkeit "provozieren"
  • Beschäftigung für die Grösseren

 

Zwei Dinge für einen Einschlafplan:

"1. Wechseln Sie nicht zu oft zwischen verschiedenen Beruhigungsmethoden. Ein ständiger, hektischer Wechsel zwischen Singen, Streicheln und Händchenhalten wird Ihr Kind nur noch mehr aufregen. Bleiben Sie zumindest drei Minuten bei einer Methode und wechseln Sie erst danach.

2. Geben Sie Ihrer Methode ausreichend Zeit zu funktionieren - mindestens ein bis zwei Wochen. Mit jeder neuen Methode, die Sie ausprobieren, verlangen Sie von Ihrem Baby, eine ganze Reihe neuer Schlafgewohnheiten zu lernen. Und es dauert eine Weile, bis alte Gewohnheiten verschwinden und neue Gewohnheiten verinnerlicht sind. Verwirren Sie Ihr Baby also nicht durch ständige Wechsel. Bleiben Sie einem Plan mindestens ein bis zwei Wochen treu.
Auch Rückfälle, oft in den ersten 1-3 Wochen nach einem Schlaftraining, sind vollkommen normal. Halten Sie dann sanft, aber konsequent an Ihrem Vorgehen fest. Wenn Sie jedoch nach einer bis zwei Wochen noch keinerlei Verbesserung feststellen, scheint die Methode nicht die richtige für Sie und Ihr Kind zu sein. Vielleicht ist auch der Zeitpunkt gerade unpassend und Sie können in ein paar Wochen einen weiteren Versuch wagen.

Eine allabendliche, entspannende Einschlaf-Zeremonie hilft Ihrem Baby dabei, sich zu beruhigen und schläfrig zu werden. Auch Ihnen wird das Gute-Nacht-Sagen leichter fallen, nachdem Sie ein paar ruhige Minuten mit Ihrem Baby verbracht haben. Um Ihrem Kind das Einschlafen zu erleichtern, sollten Sie auch darauf achten, dass es nicht am späten Nachmittag noch ein Nickerchen macht. Babys unter vier Monaten haben noch ein hohes Schlafbedürfnis – sie sind oft schon nach ein bis zwei Stunden Wachzeit wieder müde. Das ist in Ordnung, doch ab ca. 4 Monaten sollten Sie versuchen, drei bis vier Stunden Abstand zwischen dem letzten Tagesnickerchen und dem Abendschlaf einzuhalten.

Ideen für Schlaf-Rituale

  • Energie abbauen
  • Notwendigkeiten erledigen (Windel wechseln, Zähne putzen etc.)
  • Baden
  • Ruhiges Spielen
  • Erzählen
  • Gute-Nacht wünschen
  • Gute-Nacht-Geschichte vorlesen
  • Gute-Nacht-Lied singen

Suchen Sie außerdem nach Wegen, selbst entspannt zu bleiben. Die Ruhe zu bewahren, während man am Bett eines schreienden Babys steht, ist eine riesige Herausforderung. Überlegen Sie daher, wie Sie die Situation für sich selbst möglichst bequem gestalten können. Vielleicht nehmen Sie sich einen gemütlichen Sessel, von dem aus Sie Ihr Baby mit Singen oder, wenn nötig, Streicheln, beruhigen. Oder Sie legen sich auf eine Matratze neben dem Kinderbett.

Atmen Sie tief in den Bauch ein und mit einem langen Zug wieder aus. Bauchatmung hat eine sehr entspannende Wirkung. Auch Musik oder Hörbücher über Kopfhörer können Ihnen helfen, die Zeiit positiv zu gestalten. Falls Ihr Baby trotz aller Bemühungen immer noch nicht besser schläft, sollten Sie ärztlichen Rat suchen oder sich von ExpertInnen Hilfe holen."
Quelle: Babycenter.de

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